Mein guter Vorsatz kommt dieses Jahr spät, aber dafür habe ich ihn schon umgesetzt: Öfter bloggen, nicht auf das große Thema brüten, sondern frisch von der Leber weg. Wie konnte es dazu kommen?
Im letzten Jahr bin ich meiner Neugier erlegen und habe in die Blognacht reingeschnuppert: ungewöhnlich/anstrengend/inspirierend. Weil diese Form des Schreibens bzw. Publizierens/Bloggens so gar nicht mein vertrautes Umfeld ist.
Versprochen hatte ich, in 2026 wieder dabei zu sein. Und das war letzten Freitag, Start 20 Uhr 30. Oh je, alle meine Routinen und Rituale über Bord werfen. Mich zwei bis drei Stunden konzentrieren. Nicht ablenken lassen und am Stück schreiben. Arrgh!
Spätestens seit den Feiertagen fühlte ich mich in einem Schwebezustand gefangen. Die Blognacht vor der Brust, kam ich mir vor wie ein Sportler vor dem Wettkampf, kein Training absolviert, den Ernährungsplan nicht eingehalten, unvorbereitet.
Reiß dich zusammen, Jörg! Wenn du kneifst, dann wird das noch wochenlang in dir nagen.
Also Augen zu und durch. Ist noch mal gut gegangen. Mein Beitrag zur 64. Blognacht ist hier.
Am folgenden Sonntag passierte etwas Merkwürdiges: Um Viertel vor Sechs war ich glockenwach. Dabei ist der Sonntag mein Ausschlaftag, vor 10 Uhr läuft da bei mir nichts.
Eine Idee hat mich geweckt und wach gehalten: Ein neuer Weg zum Bloggen, Kommunikation in Gang bringen, Position beziehen, Haltung zeigen. Dieser Weg. Er startet hier und jetzt.
Doch genug zu mir. Zum Ausgleich, hier der beste Post für den Start ins neue Jahr.
Brauchen Journalisten1in Tschechien Bildungsurlaub?
Am 6. Januar habe ich mich bei der internationalen Presseschau im Deutschlandfunk erschreckt:
Die Gefahr, die von Linksextremisten in Deutschland ausgeht, wurde lange unterschätzt. Die Polizei war vollauf damit beschäftigt, die rechtsextreme Szene zu überwachen, wie etwa die Verschwörungsbewegung der ‚Reichsbürger‘. Für die linksextreme Szene blieb dann irgendwie keine Zeit mehr.
MLADÁ FRONTA DNES2Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/die-internationale-presseschau-8716.htmlaus Prag via Deutschlandfunk
…
Die deutsche Polizei verhält sich gegenüber Linksextremisten zurückhaltend. Politiker bagatellisieren deren Gewalttätigkeit eher. Angesichts der strengen Maßstäbe gegenüber Rechtsradikalen wirkt dies wie ein asymmetrisches Vorgehen.
Das habe ich irgendwie anders in Erinnerung. Das Erste, was mir dazu einfiel, war „König Kurt“, der Sachsen immun gegen Rechtsextremismus3https://www.l-iz.de/politik/sachsen/2015/09/kurt-biedenkopfs-sachsen-sind-immer-noch-gegen-rechtsextremismus-immun-108432 wähnte. Als nächstes kam mir die Herzchen-Geste einer Polizistin für eine „Querdenke“-Demo4https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/passt-herzgeste-auf-demo-zur-neutralitaetspflicht-der-polizei,SUXhFpQ in den Sinn. Und ganz aktuell Dobrindts „wir schlagen zurück“5https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/dobrindt-linksextremismus-100.html. Von den fest geschlossenen Augen gegenüber dem „Nationalsozialistischen Untergrund NSU“ will ich gar nicht erst anfangen6https://www.bundestag.de/webarchiv/textarchiv/2014/kw45_ak_nsu-3384287https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/167684/der-nationalsozialistische-untergrund-nsu/.
Da kommen mir drei Fragen auf: Wie wird deutsche Innenpolitik im Ausland wahrgenommen? Wie informiert sollte ein Journalist sein, bevor er über ein Thema schreibt? Und: Ist Recherche im Journalismus aus der Mode gekommen?
Dieses „Highlight“ stammt aus Tschechien. Meine Zweifel und Kritik betreffen allerdings auch die inzwischen prekäre journalistische Qualität unserer Medien in Deutschland. Ein aktuelles, abschreckendes Beispiel ist der mediale Umgang mit der Kritik des schleswig-hollsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günthers an den sogenannten sozialen Medien und dem Propaganda-Portal „NIUS“. Vergleiche, was aktuell publiziert wird mit dem, was Daniel Günther wirklich gesagt hat hier.
Wenn der Schnee für Ruhe sorgt

Erstaunlich, wie ein bisschen Schnee das Land zum Stillstand bringt. Aber ich hatte Glück: Während in einem Supermarkt die Obst- und Gemüseabteilung wie leergefegt und der Nachschub ausgeblieben war, waren beim Discounter bei mir um’s Eck die Regale gut gefüllt.
#MeinSenfDazu ist mein Format für die bunte Tüte. Sharing is Caring und kommentiere gerne. Bloggen ist Kommunikation, also Geben und Nehmen, im Fediverse allemal. Ich freue mich auf deinen Senf.
Anmerkungen & Quellen
Bildquellen
- Hannover im Schnee: Jörg Schimke
- Mein Senf dazu.: ChatGPT



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