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Das möchte ich mal werden – Beitrag zur 64. Blognacht

Eine mystische Glaskugel, Symbol für einen Wunsch. Aus einem Riss dringt Licht, links der Kugel der Schattenriss eines Menschen, rechts der Kugel der Schattenriss einer Fee.

Auf dem Weg zum nächsten Ziel stolpert mir eine Fee vor die Füße. Ich kann sie gerade noch auffangen. „Dankeschön“, schnauft die Fee noch ganz verwirrt, „das wäre beinahe ins Auge gegangen.“

Wir kommen ins Gespräch.

Über Dies und über Das. Was man halt so spontan als Smalltalk aus dem Ärmel schütteln kann.

Die Fee klagt über ihre Arbeit. Ich klage über die Ungerechtigkeit in dieser Welt.
Wir werden uns einig: Mit der Gründung einer Gewerkschaft für Feen, wird die Welt ein bisschen besser.

„Endlich versteht mich mal jemand“, seufzt die Fee, „deine Idee mit der Feen-Gewerkschaft gefällt mir. Darf ich mich dafür mit einem Wunsch revanchieren?“
Nur EIN Wunsch? Das macht mich misstrauisch. Aber wer kann einer Fee schon widerstehen?

„Der Wunsch hat nur leider einen Haken“, versucht die Fee mir schonend beizubringen. „Es ist ein gebrauchter Wunsch. Die frischen Wünsche sind schon alle aus.“

Ich bin jetzt doch etwas von der Rolle …

Die Fee schaut mich ein wenig verlegen an: „Du kannst dir wünschen, was du einmal werden möchtest, wenn du groß bist.“

Ein Kinderwunsch! Ich fasse es nicht. Nicht nur, dass es ein Gebraucht-Wunsch ist, obendrein ist es ein Wunsch mit umgekehrter Altersbeschränkung. Ist das ein Enkeltrick nach Art der Elfen?

Ich setze mein Krimmi-Kommissar-Gesicht auf: „Moment! Wieso wurde der Wunsch zurückgegeben? Da ist doch was faul, oder?“

„Keineswegs“, versucht mich die Fee zu überzeugen, „der Wunsch funktioniert nach wie vor tadellos, quasi TÜV-geprüft und mit Feen-Garantie!“

„Ja aber …“

„Nenne es Unzufriedenheit, Undankbarkeit, Unentschlossenheit – ganz wie du willst. Das kleine Menschlein hat sich was zu werden gewünscht und ist dann genau das geworden. Und ist unglücklich damit. Mehr darf ich nicht verraten, Datenschutz und so.“

„Also wähle deine Wünsche wohl“, geht mir durch den Kopf. Aber vielleicht ist dieser Wunsch in Wirklichkeit dieser chinesischer Fluch:

Mögen alle deine Wünsche in Erfüllung gehen. Alle.

Ich lehne dankend ab. Ich bin zufrieden mit dem, was ich bin. Ich will gar nicht darüber nachdenken: hätte, wäre … Und wenn doch? Trugschluss: Ohne das Wissen von Heute über meine Fehler(?) Gestern, würde ich nicht genau die gleichen Fehler morgen wiederholen? Oder neue, andere Fehler? Und wenn dann wieder eine Fee in mich hineinläuft …

Ich befreie mich aus dieser Abwärtsspirale. „Nein Danke“, muffel ich die Fee an, „Behalte deinen Wunsch, such‘ dir einen unglücklichen Tropf. Dem könnte der Wunsch vielleicht eher helfen. Und pass das nächste Mal besser auf, wo du hinstolperst!“

Unsere Wege trennen sich. Mein Leben bleibt beisammen.

Diesen Beitrag habe ich in der 64. Blognacht geschrieben. Das Thema heute: Das möchte ich mal werden (wenn ich groß bin). Die Blognacht ist eine regelmäßige Veranstaltung von Anna Koschinski, bei der sich Blogger:innen treffen, um zu einem Impuls spontan einen Blogbeitrag zu schreiben.

Jörg Schimke
Jörg Schimke
@DerJoerg@klickhin.de

Sozialromantiker, Lokalpolitiker i. R., Gutmensch und SEO-Agent

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