Neulich
20. August 2017

Wir brauchen nicht mehr „Sicherheit“. Wir brauchen mehr Verstand.

Allah has left the building

#jesuisahmed Hashtag auf Twitter zum Attentat von Paris
#jesuisahmed – das Echo des Terrors

Es ist vorbei. Die Terroristen sind tot. Ich bin nach wie vor wütend und erschüttert.

Ich stelle mir vor, wie diese Terroristen jetzt vor ihrem Allah stehen. Und ER wird sie fragen: „Wisst ihr, was ihr angerichtet habt? Ihr habt Leben gestohlen. Ihr habt Schmerz und Trauer über die gebracht, denen ihr diese Menschen entrissen habt. Ihr habt Kummer und Sorge über jene gebracht, die mir ehrlichen Herzens folgen. Ihr habt meinen Namen missbraucht. Erwartet mein Urteil.“

Ich kann mir das nur so „biblisch“ vorstellen. Anders ertrage ich das nicht.

Die Attentäter von Paris sind keine Märtyrer. Sie sind stinknormale feige Mörder. Und wie alle Mörder stricken sie sich Ausreden für ihre Verbrechen zurecht. Sie haben behauptet, im Namen des Islam zu handeln. Damit machen sie alle rechtschaffenden Muslime zu weiteren Opfern. Diese Mörder haben mit dem Islam so viel zu tun wie der Ku-Klux-Clan mit Amerika oder dem Christentum.

Terrorismus ist keine Religion

Islamisten sind Verbrecher, deren erstes Opfer der Islam ist

Wir müssen verstehen, was Islamisten meinen, wenn sie sagen, sie wollen einen Gottesstaat errichten: Sie wollen einen Staat, in dem sie die alleinige Macht haben. Sie beanspruchen die alleinige Deutungshoheit darüber, wie der Islam auszulegen und zu leben ist. Das hat mit Religion nichts zu tun. Das ist Faschismus, Dikatur und Selbstermächtigung in seiner reinsten Form – religiös verbrämt.

Wir konnten die Taten nicht verhindern. Jetzt können wir nur noch verhindern, dass die Mörder posthum ihr Ziel erreichen: Einen Keil in unsere Gesellschaft treiben. Fremdenhass schüren, Religionen und Kulturen gegeneinander aufhetzen. Die Freiheit verlieren.

Die Attentat waren nicht nur ein Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit. Sie sind auch ein Angriff auf die Freiheit, eine Religion nach eigener Wahl zu leben oder eben auch nicht – im doppelten Sinne: Auch wenn die Attentate keinen „Erfolg“ haben konnten, ist jetzt die Gefahr, dass der Islam pauschal unter Generalverdacht gestellt wird.

Meine Solidarität gilt den Opfern, unter denen auch Muslime waren. Meine Solidarität gilt allen friedliebenden Muslimen, deren Glaube als weitere Geisel genommen wurde.

Die Antwort ist Freiheit, Demokratie und Solidarität

Wir müssen ebenso verhindern, dass unsere Gesellschaft zum Überwachungsstaat wird. Populisten rufen bereits nach noch mehr Kontrolle, Kameras und Beschneidung von Rechten. Für die Illusion von Sicherheit darf die Freiheit nicht begraben werden. Frankreich hat bereits erheblich schärfere Gesetze als Deutschland. Sie haben alle nichts genutzt. Es war entsetzlich zu hören, was den Sicherheitsbehörden bereits über die Täter bekannt war, während die Taten noch liefen. Trotzdem wurde dadurch kein einziges Menschenleben gerettet. Der einzig wirksame Schutz vor Verbrechen und Tyrannei ist die Immunisierung durch Freiheit, Demokratie und Solidarität.

“Ich habe keine Kinder, keine Frau, kein Auto, keine Schulden. Das klingt jetzt sicherlich ein bisschen schwülstig, aber ich sterbe lieber aufrecht, als auf Knien zu leben.” – Stéphane Charbonnier, Chefredakteur Charlie Hebdo

Quellen und weiterführende Links

 

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