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11. Dezember 2017

Verschwindet Béi Chéz Heinz im Ihme-Zentrum?

Der kultigste Keller Hannovers ist in Gefahr

Ihme-Zentrum Fassade und Einfahrt Garage

Jetzt wird es spannend: Kann Béi Chéz Heinz im Fössebad bleiben oder nicht? Und wenn nicht: Wo ist in Linden ein neuer Platz für die Traditions-Bühne? Kann das Ihme-Zentrum eine Alternative sein?

Hat die Stadt das Béi Chéz Heinz vergessen?

Im April sickert plötzlich irgendwo die Machbarkeitsstudie zu Sanierung oder Neubau des Fössebades durch. Es fällt auf, dass das Chéz Heinz nicht in den Plänen auftaucht. Absicht, Zufall, Schludrigkeit?

Ein Fössebad ohne Béi Chéz Heinz ist wie schwimmen ohne Wasser #Heinzmussbleiben Klick um zu Tweeten

Zunächst mal ist es kein guter demokratischer Stil, wenn Papiere der Stadtverwaltung schon in der Öffentlichkeit verhandelt werden, bevor die zuständigen Gremien informiert sind. Bestimmte Ideen schon mal „inoffiziell“ in der Öffentlichkeit platzieren ist allerdings ein beliebter Trick, um diese Ideen zu testen. Ich vermute allerdings weniger Raffinesse, sondern eher menschliche Fehlbarkeit. Also habe ich im Bezirksrat eine entsprechende Anfrage gestellt:

Woher stammen diese Informationen und wie gelangen sie an die Öffentlichkeit, bevor der Stadtbezirksrat Linden-Limmer informiert wird?

Die Verwaltung antwortet, als könne sie kein Wässerlein trüben:

Es gibt zurzeit noch keine Planungen zur Sanierung oder einem möglichen Neubau des Fössebades. Die Verwaltung hat im Januar 2016 eine Machbarkeitsstudie für das Fössebad beauftragt. Die Studie wird verschiedene Lösungsansätze darstellen und eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vornehmen. Die Machbarkeitsstudie soll am 09.05.2016 in einer gemeinsamen Sitzung von Sportausschuss und Bezirksrat vorgestellt werden.

Eine ernsthafte Antwort ist das m. E. nicht. Also weiter zur zweiten Frage, wie wichtig ist der Stadt das Béi Chéz Heinz? Schließlich ist Hannover seit 2014 UNESCO City of Music. Und die Angebote für junge Menschen sind noch stark ausbaubedürftig. Das hat die Stadt in ihrer jüngsten Repräsentativerhebung selber festgestellt.

Welchen Stellenwert misst die Verwaltung dem Veranstaltungszentrum Béi Chéz Heinz im Fössebad bei – angesichts ihres Ranges als „UNESCO City of Music“ und des auch in der eigenen Repräsentativerhebung 2015 selbst festgestellten Bedarfs an mehr Angeboten für Jugendliche?

Die Antwort klingt beinahe so, als wenn das Kapitel Béi Chéz Heinz für die Verwaltung abgeschlossen ist:

Für die Verwaltung leistet Béi Chéz Heinz einen Beitrag zum Kulturangebot in Linden und somit auch für die City of Music Hannover. So ist es für die Verwaltung, die auch für Feuerwehr und Brandschutz zuständig ist, auch wichtig gewesen, dass der Betrieb zunächst bis 2017 weiterlaufen kann.

Da der Club selber schon sehr viel Arbeit und Geld in Modernisierung und besseren Brandschutz gesteckt hat, überrascht mich die Antwort. Und negativ interpretiert: „Bis 2017 könnt ihr noch“, aber dann ist… Schluss? Außerdem leistet das Béi Chéz Heinz einen Kulturbeitrag für die ganze Stadt Hannover, nur um das mal klar zustellen.

Weil Taten mehr zählen als Worte, meine letzte Frage:

In welcher Form gedenkt die Verwaltung das Veranstaltungszentrum Béi Chéz Heinz bzw. den Verein zu unterstützen und deren Fortbestand zu sichern?

Die Antwort der Verwaltung fällt spärlich aus. Für mich klingt das wie „alles Gute und Danke für den Fisch“:

Die Verwaltung ist zuversichtlich, dass im Falle eines Auszugs aus dem derzeitigen Standort ein Alternativstandort in Linden für Béi Chéz Heinz gefunden werden kann und wird die Geschäftsführung des Clubs bei der Suche nach einer neuen Immobilie unterstützen.

Kann das Ihme-Zentrum ein alternativer Standort sein?

Die Idee hat einen gewissen Charme. Der schlafende Riese Ihme-Zentrum braucht Belebung. Der Verwalter der Immobilie hat schon mehrfach signalisiert, dass ihm Initiativen, soziale und kulturelle Projekte willkommen sind. Sogar Flächen würde er dafür zur Verfügung stellen. Ein Veranstaltungszentrum bringt Publikum und Leben ins Haus…

Das Fössebad braucht Wasser im Becken
und das Chéz Heinz im Keller

Bei der Entscheidung über die Pläne für das Fössebad müssen wir folgende Fakten berücksichtigen:

  • Das Béi Chéz Heinz ist ein Verein, der ohne Subventionen auskommt!
  • Der Betreiberverein des Fössebades bekommt jährlich einen gut fünfstelligen Betrag an Miete vom Chéz Heinz!

Ich bin verwundert, dass wir eine „Machbarkeitsstudie“ vorgelegt bekommen, bei der schlicht übersehen wurde, das im Keller ein erfolgreiches und beliebtes Veranstaltungszentrum arbeitet. Haben sich die Planer mal vor Ort umgesehen? Was muss ich von einer „Machbarkeitsstudie“ halten, die eine wesentliche Einnahmequelle des Fössebades nicht berücksichtigt?

Jetzt kommen die Pläne auf den Tisch

Am Montag, 09.05.2016 wird die Machbarkeitsstudie um 16 Uhr im Rathaus vorgestellt. In einer gemeinsamen Sitzung von fachlich zuständigen Sportausschuss und dem Bezirksrat Linden-Limmer bekommen wir erstmals Einblick in die Pläne. Die Sitzung ist öffentlich, allerdings schränkt die Geschäftsordnung die Möglichkeiten von Diskussion und Fragen des Publikums deutlich ein.

Mehr Bürgerbeteiligung wird am 20.05.2016 möglich sein, wenn in einer öffentlichen Informationsveranstaltung die Machbarkeitsstudie vorgestellt wird. Die Vorstellung beginnt um 17:30 Uhr im Freizeitheim Linden.

Meine Anfrage zu Fössebad und Chéz Heinz im Original
Update: Mein Bericht von der Vorstellung der Machbarkeitsstudie Fössebad im Sportausschuss.

Welche Fragen muss die Machbarkeitsstudie zum Fössebad beantworten?

Schreiben Sie mir hier, welche Antworten Sie von den Planern erwarten. Als Mitglied des Bezirksrates kann ich Ihre Fragen offiziell in die Beratungen einbringen und bei Bedarf nachhaken.

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