Neulich
25. Juni 2017

Trauerspiel ums Fössebad: Wo ist die Presse, wenn man sie mal braucht?

Sein Name ist Haase, er weiß von nichts

Außenbecken im Fössebad, leer und verwahrlost
Trostlos, Außenbecken im Fössebad

Wer zieht die Strippen in dieser Kampagne?

Über den Vorwurf von Fakenews und Manipulation dürfen einige Medien sich nicht wundern. Gestern erschien in der HAZ ein Artikel, der aus der Presseabteilung des Oberbürgermeisters lanciert sein könnte.

Die Grünen beharren darauf, dass das Fössebad ein neues Außenbecken bekommt und die SPD und FDP treten auf die Kostenbremse.

Richtig ist: Der Stadtbezirk Linden-Limmer will sich sein Kombibad nicht nehmen lassen, die Familien sollen nicht verdrängt werden. Das hat der Bezirksrat schon vor der Sanierungskrise immer wieder beschlossen und deutlich gemacht. Erfreulicherweise wird diese Position nicht nur von den Grünen, sondern auch von der CDU, Linken, Piraten und Der PARTEI vertreten. Selbst in der SPD gibt es noch Menschen mit Herz und Verstand. Die Redakteure könnten in ihrer eigenen Zeitung Positionen der früheren sportpolitischen Sprecherin Peggy Keller zum Fössebad nachlesen. Und wer nicht weiß, dass an ohne Ein-Meter-Brett und Drei-Meter-Turm keine Schwimmprüfungen abnehmen kann – außer Seepferdchen vielleicht – ist als Sportpolitiker eine krasse Fehlbesetzung.

Wenn Nichtschwimmer Sportpolitik machen #FoesseFREIbad Klick um zu Tweeten

…Die will das seit 2016 wegen Mängeln geschlossene Außenbecken des Fössebads zuschütten…

Richtig ist: Aufgrund geänderter Vorschriften musste das Freibad schon 2012 geschlossen werden.

„Der Vorschlag der Verwaltung bringt das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis“, sagt FDP-Sportpolitiker Andreas Bingemer.

Richtig ist: Das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis bringt ein asphaltierter Parkplatz. Im Ernst: Die Verwaltung stellt mit ihren aktuellen Plänen reine Behauptungen auf – ohne jede Wirtschaftlichkeitsprüfung. Das nun ausgerechnet einem Vertreter der wirtschafts-affinen FDP das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage entgangen ist, erschüttert meinen Glauben an die wirtschaftliche Kompetenz der FDP. Schon bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudien haben die ausführenden Architekten auf den Zusammenhang von Angebot und dadurch ansprechbaren Zielgruppen, Reichweiten und erzielbaren Erlösen hingewiesen.

„Wir könnten Leitungen und Anschlüsse im Außenbereich legen, damit später der Bau eines Freibads leichter möglich wird“, sagt SPD-Mann Alter.

Was für ein jämmerlicher Versuch, den Wähler endgültig einschläfern zu wollen. Auffällig: Von den „Prüfungen“, ob das Hallendach und die Hallenwand zum Freigelände geöffnet werden können, redet schon niemand mehr. Und falls es dem sPD-Alter entgangen sein sollte: Die Stadt will das Freigelände als Baugrund verscherbeln. Da gibt es dann auch nichts mehr, was sich dann noch „besonders attraktiv gestalten“ ließe.

Haben die Journalisten überhaupt das Problem erkannt?

Den wirklichen Knackpunkt der Diskussion übersehen die Redakteure: Einen Verzicht auf das 50m-Beckens zu Gunsten eines Außenbeckens wolle der Sportpolitiker Bindert nicht mitmachen:

„Wir brauchen die zusätzlichen Wasserflächen, etwa für den Schulunterricht“…

Genau: Es geht um den unbestrittenen Bedarf zusätzlicher Wasserflächen. Die Pläne der Stadt entziehen aber den Familien und Freizeitschwimmern Wasserflächen, und schlagen sie stattdessen dem Sport zu.

Aber nicht genug, dass vermeintliche Redakteure diesen Nonsens unreflektiert abtippen. Sie verdrehen auch noch die Tatsachen:

Es ist legitim, wenn Stadtteilpolitiker bei Neu- und Umbauten für Schwimmbäder in ihrem Bereich Wunschlisten präsentieren, die über das Geplante hinausgehen.

Richtig ist: Das „Geplante“ geht an der Realität und am Bedarf vorbei, weil es nicht die notwendigen zusätzlichen Wasserflächen schafft. Es geht hier auch nicht um „Wunschlisten“, sondern um den Erhalt vorhandener Infrastruktur. Infrastruktur, die durch die Stadt systematisch kaputt gespart wurde. Der Erhalt des Fössebades als Kombibad war bis zum Überraschungscoup der Stadt Anfang Mai eigentlich Konsens.

Extrawünsche beinhalten in der Regel nicht nur höhere Baukosten, sondern verteuern auch den späteren Betrieb.

Richtig ist: Die 50m-Bahn ist der Extrawunsch. Aufgabenstellung an die Stadt war der Erhalt der Substanz oder gegebenenfalls Neubau. Das Freibad war schon da. Das 50m-Wettkampfbecken soll auf Wunsch der Verwaltung und der Sportpolitiker neu dazukommen.

Diese Kosten steigen, wenn alle Anlagen ähnlich opulent ausgestattet werden und sich damit verstärkt gegenseitig Konkurrenz machen.

Richtig ist: Das Fössebad ist das einzige Kombibad in Linden-Limmer. Es bleibt des Journalisten Geheimnis, wo er die Konkurrenz sieht. Und das Adjektiv „opulent“ ist hier billigste Polemik. Wer Orts- und Sachkenntnis hat weiß auch, dass das Volksbad Limmer seinen eigenen Einzugsbereich hat und in der Saison schon heute nicht mehr ausreichende Kapazitäten bietet. Was sich mit der Besiedlung der Wasserstadt noch verschärfen wird.

Wer setzt sich für Familien und Freizeitschwimmer beim #FoesseFREIbad ein? Klick um zu Tweeten

Unsere Bäder sind zu wichtig, um sie den „Sportpolitikern“ zu überlassen

In der ganzen Diskussion kommt mir die Familien- und Sozialpolitik zu kurz. Bäder und insbesondere Freibäder sind elementare Bestandteile einer Daseinsvorsorge und sozialer Infrastruktur. Wenn schon die Bürger und die Stadtbezirke mit ihren Wünschen und Bedürfnissen ignoriert werden: Wann fragt man endlich mal die Sozialpolitiker?

 

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  1. Kein Wasser da? Linden brennt! - Linden entdecken ...

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