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25. Juni 2017

Ein schwarzer Tag für Linden-Limmer: Stadt streicht das FösseFREIbad

Stadt besiegelt auch das Ende von Béi Chéz Heinz

Außenbecken im Fössebad, leer und verwahrlost
Trostlos, Außenbecken im Fössebad

Kein Wasser da? Linden brennt!

Heute, am 8. Mai ’17 hat die Stadt ihre Pläne zum Fössebad vorgestellt: Neubau des Fössebades ohne Freibad, aber mit 50 m Wettkampfbahn. Teile der Liegewiese werden verscherbelt. Dort sollen Wohnungen errichtet werden. Das alte Bad wird komplett abgerissen. Damit wird auch das Béi Chéz Heinz beerdigt. Umgesetzt wird das Projekt in einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP). Eine Bürgerbeteiligung habe es bereits am 20.05.2016 im Freizeitheim Linden gegeben, eine weitere Beteiligung der Bürger ist nicht vorgesehen.

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Ich brenne vor Wut: Freibad gestrichen, BCH am Ende – und die Stadt feiert sich

Zudem erhalte die Stadt mit dem Ausbau des Fössebades ein neues Wettkampf-Bad mit familiärer Ausrichtung. „Verwaltung und Rat haben mit der Aufstockung der Finanzmittel für Investitionen in den kommenden zehn Jahren die Grundlage geschaffen, dass wir zwei neue moderne Bäder für Wettkampf- und Vereinssport, den Schulsport und Freizeitvergnügen schaffen können. Dies setzen wir in guten Gesprächen mit allen Beteiligten um“, so Oberbürgermeister Schostok.

So beginnt die Pressemeldung der Stadt, und sie ist schon von vornherein falsch:

Das Fössebad wird kein Familienbad mehr sein

Durch die ganze Präsentation zieht sich der Schwerpunkt, dass das Fössebad Lückenbüßer und Ergänzung für das Stadionbad werden soll.

Erste Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette: „Mit dem neuen Fössebad bekommt ein Hannover ein modernes Bad, das sehr gute Bedingungen für internationale Schwimmwettkämpfe bieten wird.

Richtig ist, dass den Vereinen (und den Schulen) Wasserflächen fehlen. Das heißt aber auch, wenn die Lücke für den Sport geschlossen wird, wird eine Lücke für die Familien aufgerissen. Ganz besonders deshalb, weil es keinen Ausgleich im Sommer durch ein Freibad gibt.

Stadt stellt Pläne zum Fössebad vor
Am Mittwoch, 10.05.2017 um 17 Uhr im Freizeitheim Linden stellt die Stadt ihre Pläne zum Fössebad vor.
Mobilisieren, hinkommen, Fragen stellen! Eure Pläne sind nicht unsere Pläne!
Tagesordnung Bezirksrat Linden-Limmer

Linden-Limmer demokratisch abgehängt

Die „guten Gespräche mit allen Beteiligten“ gibt es vielleicht in Misburg. Dort ist eine Bürgerbeteiligung nach Vorstellung der Pläne vorgesehen. In Linden-Limmer nicht. Der Oberbürgermeister verkauft die Diskussion der Machbarkeitsstudien im Mai 2016 nachträglich als Bürgerbeteiligung. Dabei sind die Pläne der Verwaltung erst seit heute bekannt. Schostok kneift weil er weiß, dass er eine Diskussion gegen ein Freibad in Linden-Limmer politisch nicht überleben wird. Aber das war auch nicht anders zu erwarten, nachdem die Stadt vor der Kommunalwahl im Herbst 2016 in Sachen Fössebad auf Tauchstation gegangen ist. So ein Verhalten nenne ich feige. Politiker mit Anstand und Courage hätten ihr Konzept im Herbst 2016 zur Wahl gestellt.

Streichung #FoesseFREIbad vor Kommunalwahl verschwiegen! Wer hat uns verraten? Klick um zu Tweeten

Hannover gut versorgt mit Freibädern? Eine statistische Nebelkerze

Die bereits genannte Bäderanalyse der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen im Jahr 2013 hat ergeben, dass die Stadt Hannover über ein sehr dichtes Freibadnetz (Volksbad Limmer, Lister Bad, Naturbad Hainholz, RSV-Bad Leinhausen, Ricklinger Bad, Kleefelder Bad, Misburger Freibad) verfügt. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 20 m² je 1.000 Einwohner/innen. In Hannover liegt der Versorgungsgrad mit Freibadwasserflächen mit ca. 24 m² je 1.000 Einwohner/innen höher als in anderen deutschen Großstädten. Darüber hinaus befindet sich das Freibad Volksbad Limmer im gleichen Stadtbezirk wie das Fössebad und stellt für die Bevölkerung des Stadtbezirks eine mögliche Alternative dar. Hinzu kommt, dass ein Freibadbereich im Fössebad und das Volksbad Limmer um dieselben Badegäste konkurrieren würden. Aus den genannten Gründen ist daher ein Freibadeaußenbecken für das neue Fössebad nicht vorgesehen.

Das ist eine böse Irreführung. Die Analyse ist bereits 4 Jahre alt und beruht auf Zahlen aus 2011 und früher. Zweitens ist bei dem genannten Versorgungsgrad das Freibad im Fössebad noch eingerechnet. Drittens verzeichnet Hannover einen äußerst dynamischen Bevölkerungszuwachs. Die 3-4000 Einwohner der Wasserstadt im unmittelbaren Einzugsgebiet sind überhaupt noch nicht berücksichtigt. Viertens ist die Einbeziehung der Naturbades Hainholz sehr zweifelhaft. Und fünftens konkurrieren das Volksbad Limmer und das Fössebad keineswegs um die gleichen Badegäste. Die Einzugsbereiche überschneiden sich marginal, das war’s aber auch schon. Außerdem platzt das Volksbad Limmer heute schon aus allen Nähten. Die Betreiber bemühen sich händeringend aber vergeblich um Erweiterungsflächen.

Wir lassen uns das Freibad und die Mitbestimmung nicht nehmen!

Petition für das Fössebad gestartet

Ein Klick bringt Sie zur Petition. Mit Ihrer Unterschrift können Sie sich dort für den Erhalt von Freibad und Sauna einsetzen. Bitte teilen Sie die Petition über Ihre Verbindungen im Internet. Und sprechen Sie auch Freunde, Nachbarn, Kollegen und die ganze Familie an. Jede Stimme zählt!

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Eine kurze Chronologie des Fössebades

Quelle: Alle Zitate stammen aus der Pressemitteilung der LH Hannover und der Präsentation von heute.

 

1 Kommentar zu Ein schwarzer Tag für Linden-Limmer: Stadt streicht das FösseFREIbad

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