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20. September 2017

Rettung für Fössebad und Béi Chéz Heinz in weite Ferne gerückt

Nimmt die Verwaltung die Bürger noch ernst?

Fössebad, leeres Freibadbecken
Das Fössebad - eine unendlich traurige Geschichte

Weiter schlechte Aussichten für Fössebad & Chéz Heinz

Das Fössebad ist nun schon über 175 Jahre alt. Ich habe den Eindruck, die Verwaltung der Stadt Hannover wird noch mal 175 Jahre brauchen, bis das Fössebad saniert ist und den Familien auch wieder ein Freibad zur Verfügung steht. Vor 2020 tut sich hier nichts!

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Versprochen – gebrochen

Nachdem die Stadt das Fössebad konsequent kaputt gespart hat, war die Krise absehbar. Alle Forderungen nach Sanierung und Umsteuern werden ab 2006 mit einem besonderen Clou abgeblockt: Die Bäderanalyse. Bevor die Bäderanalyse nicht vorläge, könne man keine Sanierung in Angriff nehmen. 2012 muss der Freibadteil geschlossen werden, weil die Technik marode ist und neue Anforderungen an die Wasserqualität nicht erreicht werden. Nach 8 (!) Jahren, 2014 wird die Analyse endlich vorgelegt. Geht es jetzt voran? Nein, natürlich nicht, jetzt muss ja erst mal ein Bäderkonzept für Hannover erstellt werden. Bevor das Bäderkonzept nicht vorläge… Bevor ich vor Ärger platze, nehme ich eine Abkürzung: Im Mai 2016 präsentiert die Verwaltung Pläne für die Sanierung bzw. den Neubau des Fössebades. Zugesagt wird eine Entscheidungsvorlage nach der Sommerpause. Passiert ist: Nichts.

Trotz Wahl kein Fortschritt

Inzwischen hatten wir die Kommunalwahl 2016. Normalerweise beschleunigen Wahlen den Bürgerwillen, aber dem Fössebad oder dem Chéz Heinz haben sie nicht geholfen. Wahrscheinlich ist es auch den Parteien inzwischen egal: Keine ist mit dem Versprechen in den Wahlkampf gezogen, dass beim Fössebad nun endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Zuletzt hatte der Bezirksrat noch einen Versuch unternommen, die Sanierung bzw. den Neubau zu beschleunigen: Ein Antrag beschließt Eckpunkte für einen Neubau, und dass die Pläne noch vor der Wahl vorzulegen sind.

Die Verwaltung entscheidet dem Beschluss nicht zu folgen. Man prüft noch immer die Varianten. Interessant ist besonders ein Satz in der Begründung der Ablehnung:

Bei einem möglichen Neubau wird der Weiterbetrieb des Chéz Heinz voraussichtlich bis zum Jahr 2020 möglich sein.

Im Klartext: Bis 2020 tut sich beim Fössebad gar nichts, der Freibadbereich wird nicht zur Verfügung stehen. Und das ist noch eine optimistische Prognose, wenn ich mir die bisherige Leidensgeschichte ansehe.

In der August-Sitzung unseres Bezirksrates hatte ich noch mit einer Anfrage versucht, der Verwaltung etwas Konkretes zum Fössebad zu entlocken. Ich frage nach dem Sachstand und wann die Beschlussdrucksache über die Variante Sanierung bzw. Neubau zu Entscheidung vorgelegt wird. Die Antwort der Verwaltung ist eigentlich eine Frechheit:

zu 1) Die Verwaltung hat mit der Vorstellung einer Machbarkeitsstudie am 09.05.2016 in der gemeinsamen Sitzung des Sportausschusses und des Bezirksrates Linden-Limmer verschiedene Varianten zur Sanierung oder des Neubaus des Fössebades vorgelegt. Die Verwaltung prüft derzeit welche Variante umgesetzt werden soll.

zu 2) Nach Abschluss der internen Variantenprüfung wird die Verwaltung eine Drucksache mit entsprechender Empfehlung in die Gremien einbringen.

So sieht es aus, wenn man den Stinkefinger gezeigt bekommt 🙁

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Schlechte Karten auch für das Chéz Heinz

Auch dem Chéz Heinz ist es nicht gelungen, entscheidende Parteien für sich zu mobilisieren. In der aktuellen Parteien-Konstellation im Rat sind die Chancen sogar noch schlechter:

Beim Wahlforum in Linden-Süd habe ich die anwesenden Parteienvertreter nach ihren Vorstellungen gefragt. Die Antwort waren wohlwollende Eiertänze und die Position des Kulturdezernenten: Man hilft dem BCH ein neues Domizil zu finden. Der Vertreter der SPD fabulierte sogar über zweistellige Millionenbeträge, die der Erhalt und die Umnutzung des Fössebad-Altbaus kosten würde. Wo auch immer er sich diese Zahlen zusammengereimt hat. Einzig Wilfried Engelke von der FDP redete Klartext: Für das Chéz Heinz ist kein Geld da. Respekt für diese klare Aussage – auch wenn ich das natürlich anders sehe. Die FDP ist nun im Rat allerdings das Zünglein an der Waage…

Nächster Halt: der Haushalt 2017

In Kürze legt die Verwaltung die Planung für den Haushalt 2017 vor. Dort lässt sich ablesen, ob und wenn ja welche Summen für das Fössebad bereitgestellt sind. Und der Haushalt ist die Gelegenheit, durch entsprechende Anträge den Neubau des Fössebades und einem möglichen Erhalt des Chéz Heinz Nachdruck und die nötigen Mittel zu verleihen.

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Quellen und weiterführende Links

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