29. März 2017

Diese Niederlage hat mir gut getan – eine persönliche Nachlese zur Kommunalwahl

Die Wahl ist vorbei, die Probleme bleiben

Springender Wal
Wa(h)lzeit vorbei - war wohl nix mit parteifrei - Foto: Georg Wolf

Gescheitert in der Kommunalwahl – wie gehe ich damit um? Hier meine persönliche Nachlese, was ich im Wahlkampf erlebt und gelernt habe: Demokratie heißt weitermachen.

Soll ich Lachen oder soll ich Weinen? Ich war als parteifreier Kandidat in der Kommunalwahl Niedersachsen für den Bezirksrat Linden-Limmer angetreten. Ich denke, in meiner Zeit als unabhängiger Bürgervertreter im Bezirksrat habe ich mich einigermaßen nützlich gemacht. Diese Arbeit hätte ich auch gerne fortgesetzt. Allein: Es hat nicht gereicht. Ich habe nicht genügend Wählerinnen und Wähler davon überzeugen können, dass meine Arbeit im Bezirksrat auch weiterhin Sinn macht. So ist das in der Demokratie und das ist auch gut so. Ich wünsche den Kolleginnen und Kollegen weiterhin viel Glück und ein gutes Händchen.

Parteifrei? Das war wohl nichts.

Ich habe lange gezögert, bis ich mich zur Kandidatur entschloss. Macht das Sinn, hast du überhaupt eine Chance? Probier’s einfach! Ich habe vor und während des Wahlkampfes viel Unterstützung und Zuspruch bekommen. Das heizt meinen Optimismus an: Anfangs dachte ich, als Kandidat ohne Partei hast du keine Chance, aber meine Kandidatur ist immerhin ein Statement. Irgendwann fing ich an, mir Chancen auszurechnen. Am Wahlabend geisterten schon so Schlagzeilen durch meinen Kopf wie „Überraschungs-Coup in Linden-Limmer, Parteiloser überrundet…“ Doch so weit ist es nicht gekommen. Dabei hatte ich sogar extra geduscht, damit es mir nicht so ergeht wie Joachim Gauck. 😉

Was bleibt, was wird

Ich werde mir auch weiterhin Sorgen um das Fössebad machen. Die zugesagte Drucksache liegt noch immer nicht vor. Hätte es da auch nur die kleinste positive Perspektive gegeben, Rot-Grün hätte das im Wahlkampf rauf und runter georgelt. Zu meiner letzten Anfrage kam auch keine gute Botschaft. Dieses Schweigen zum  Fössebad ist ein böses Zeichen.

Ich hoffe von den neu gewählten Vertretern im Bezirksrat wird jemand am barrierefreien ÖPNV für Linden-Limmer dranbleiben. Denn nachdem die Hochbahnsteige mit den tollsten Versprechungen durchgedrückt wurden, hört man in dieser Sache auch nur noch von Verzögerungen und Kostensteigerungen… Ich bin ja nun auch bald im Rollator-Alter – ob ich das noch erlebe?

Hoffentlich kümmert sich auch jemand um ein Verkehrskonzept für die Anbindung der Wasserstadt. Wie es aussieht, wollen Region und Stadt das einfach so laufen lassen. Die Zeche zahlen werden die künftigen Einwohner dort und die Anwohner an der heute schon hoch belasteten Wunstorfer Straße und entlang der Linie 10.

Ein klein wenig positiv gestimmt bin ich, was die Renaissance des Ihme-Zentrums anbetrifft. Nicht, dass die Stadt sich da mit Ruhm bekleckern würde. Aber mit der Initiative „Zukunft Ihme-Zentrum“ bildet sich immerhin ein starkes bürgerschaftliches Engagement. Das wir hoffentlich dafür sorgen, das es beim Ihme-Zentrum voran geht.

Was jetzt zu tun ist

Für die Demokratie und unsere offene Gesellschaft müssen wir erheblich mehr arbeiten, reden, diskutieren. Die Populisten haben Fuss gefasst. Noch nicht so stark in Linden-Limmer, aber das wird noch kommen – wenn wir nicht dagegen angehen. „Wir müssen die Ängste der Bürger ernst nehmen…“ Ich kann diesen hohlen Parteien-Reflex auf die Ergebnisse der Rechten nicht mehr hören. Handelt endlich! Setzt das „ernst nehmen“ endlich mal konkret um. Wie soll das aussehen?! Eine sicherlich schlechte Idee ist es, wenn eine Partei das Amt des Oberbürgermeisters und die ganze Stadt in Geiselhaft nimmt.

Unsere Gesellschaft entpolitisiert sich. Und damit wird sie auch undemokratischer. In den sogenannten „Sozialen Medien“ ist das sehr gut zu beobachten und ich habe das am eigenen Leib erfahren. Es ist nicht nur das tumbe Gepöbel gegen „DIE“ Politiker. Wie Kinder in der Trotzphase verweigern sich wachsende Kreise der Bevölkerung jeglicher politischer Auseinandersetzung oder gar Beteiligung. Schlimmer noch: der Zoon politikon soll mundtot gemacht werden. Aber vielleicht hilft dagegen ja diese Initiative.

Zuversicht heißt Ausblick – Foto Simon Schmitt

Mir geht es gerade so, wie auf dem Bild. Es ist nicht kalt, es ist erfrischend. Das ist kein Sturm, das ist der Aufwind. Ich bin nicht allein, ich spüre Freiheit. Und hinter dem Meer, ist noch viel mehr 😉

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

--- Tracking Code --- --- Ende Tracking Code ---
%d Bloggern gefällt das: