Neulich
11. Dezember 2017

Europa ist tot. Es lebe Europa!

BREXIT: Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Englische Telefonzellen fallen um, Brexit
England ist umgefallen. Foto: skeeze via pixabay

Unfassbar, aber die Engländer haben sich tatsächlich für den Austritt aus Europa entschlossen: Brexit. David Cameron hat sich verzockt. Ich habe nicht damit gerechnet, ich habe mir das nicht gewünscht. Aber jetzt bin ich froh, dass es so gekommen ist: Dieser Schock kann Europa zur Besinnung bringen. Europa muss sich neu erfinden. Europa muss endlich eine solidarische Wertegemeinschaft werden.

Europa muss sich neu erfinden #brexit Klick um zu Tweeten

Schon die Bankenkrise mit ihrem Höhepunkt Griechenland hat die Schwächen Europas aufgezeigt. Zuletzt ist Europa an den Herausforderungen durch die Flüchtlinge gescheitert. Solidarität? Fehlanzeige. Europa ist zu einem Selbstbedienungsladen verkommen. Nationale Egoismen dominieren. Und machen wir uns nichts vor: Großbritannien ist Europas größter Rosinenpicker. Zwar sind sie noch Nettozahler, aber ihre abgepressten Beitragsrabatte haben sich auf mehr als 115 Milliarden € summiert. Grotesk, aber es war der große Brite Winston Churchill, der 1946 sozusagen die „Vereinigten Staaten von Europa“ erfunden hatte.

Wie die Wirtschaft aus dem Brexit Kapital schlagen will

Kein Anschluss unter dieser Nummer, Foto: blizniak via pixabay

Der Brexit versetzt die Wirtschaft in helle Aufregung. Reine Panikmache, um den Boden für Maximalforderungen zu bereiten.  Aber am Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen Deutschland oder auch Europa und England muss sich nicht zwangsläufig etwas ändern. Weil man bisher nicht aus reiner Sympathie Handel miteinander betrieben hat, sondern aus rein ökonomischen Interessen. Daran wird sich auch künftig nichts ändern. Hürden wird es nur geben, wenn man sie baut: Zölle um die Märkte abzuschotten. Da aber 45 % der britischen Exporte in die EU gehen, ist da kein englischer Übermut zu fürchten. Ok, die Bürokratie wird zunehmen, aber das wird eher neue Arbeitsplätze schaffen 😉

Ein wirklicher Schwachpunkt sind die Finanzmärkte. Die sind allerdings schon immer eher (finanz-) psychologisch und durch reine Spekulationen bestimmt, als das sie Ausdruck realer, harter Fakten wären. Ein wirklicher Faktor sind Währungsschwankungen zwischen dem britischen Pfund und dem Euro. Ein Verfall des Pfund macht europäische, deutsche Waren in England teurer, deshalb könnte der Absatz sinken.

Keep calm and carry on

Aber nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Sobald der Alarmismus der Medien abflaut, werden sich auch Politik und Wirtschaft wieder beruhigen. Der Ausstieg Englands muss nüchtern und sachlich abgewickelt, eine neue Basis der Zusammenarbeit gefunden werden. Das wird auch gelingen, denn die gegenseitige Abhängigkeit ist zu groß. Also „Glück im Unglück“.

Versuchen wir einfach, das Positive zu sehen: Europa wird sich neu aufstellen müssen. Da das Durchsetzen nationaler Egoismen gerade grandios gescheitert ist – und England dafür noch die Zeche zahlen wird – sind die Chancen auf eine solidarische Neubesinnung Europas gut. Am meisten aber gefällt mir, dass jetzt die kruden Versprechungen der Nationalisten und Isolationisten entlarvt werden. Die Brexit-Aktivisten haben ihren Landsleuten „blühende Landschaften“ versprochen, wenn man nur erst mal Europa und die Zuwanderer los wäre. Das wird noch ein böses Erwachen geben… Traurig nur, das viele Briten das mit Not und Elend werden bezahlen müssen. Ich hoffe nur, sie werden aus Schaden klug.

 

 

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